Dienstag, 5. März 2019

Du Gia

Radfahrer: 36km, 2036 Hm, 5.Etappe




  • Morgens gleich Mal wieder ein dicker Brocken. 1000m am Stück nach oben. In endlosen Kehren arbeitet man sich auf einen Pass zu. Erst bei 900m gibt es einen winzigen Laden für frisches Wasser. Wir brauchen drei Stunden bis zum Übergang. 




Dort   angekommen fährt man durch tollen Wald. Den haben sie entlang der Hänge fast komplett abgerodet. Die H'mong brennen alles ab, nur die abgeholzten Stämme, oder besser Äste, tragen sie ins Tal. Ein paar Mal kommen wir den Flammen ziemlich nahe. Eine Ladung Holz kommt den Hang hinunter als Kerstin gerade unten daran vorbei fährt.


Oben am Pass gibt es erst Mal nichts. Knapp 200m tiefer eine kleine Tankstelle die Getränke und sogar "Eggnoodels" anbietet. Wir essen den grünen Kuchen, bei dem es sich, wie  wir seit heute wissen, um Erbsenkuchen handelt.




Die H'mong kommen vorbei und begutachten uns. Ein breites Grinsen und man hat sofort Kontakt.






Dann ein gigantischer Downhill bis auf 600m. In Ling Ho, nach 23km, kommt ein kleiner Ort mit einem richtigen Motel/Hotel und Café. Lt. OSM eine bewirtschaftete Hütte..
Wir setzen uns und warten eine viertel Stunde. Als wir eigentlich wieder gehen wollen steht der Bong-rauchende Herr am Nebentisch auf und fragt uns per Handy-App ob wir was trinken wollen. Dann macht er uns einen Cafe. Die Eiswürfel dazu holen wir uns selbst aus der Gefriertruhe. Vielleicht war unser Tischnachbar tatsächlich auch bloß ein Gast.



Weiter geht die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein und dementsprechender Hitze. Wieder hoch auf 900m. Diesmal aber nicht mehr ganz so steil, sondern in zwei sehr langgezogenen Serpentinen.




Meine Bremse macht hinten zu und so kämpfe ich gegen mein eigenes Rad . Zwei kleine Jungs am Straßenrand erkennen mein Leid und schieben mich ein Stück nach oben. Beide sind irgendwann platt. Sie sind in Badeschlappen hinter mir gerannt.




Sie bekommen Wasser, eine kleine Belohnung und dürfen Mal meine Kamerausrüstung testen. Mit dem Autofocus haben sie so ihre Schwierigkeit, mit dem Handy klappt das Fotografieren besser.



Die Aussicht am zweiten Pass ist überwältigend. Es geht weiter, nicht mehr ganz so steil hinunter, nach Du Gia. Ein Backpacker-Hotspot.



Die Sonne steht schon tief, dementsprechend schön sind die Schatten.







 Wir haben einen "privat-room" gebucht. Beide Alternativen die mir der Wirt zeigt sind Bretterverschläge, vom restlichen Großraumschlafzimmer (Dorm) nur durch zwei Bretter getrennt. Schlecht geschlafen haben wir schon oft genug und so nehmen wir das Motel. Auf keiner App und somit leer. Geräumig und ruhig. 150.000 Dong.

Ortsdurchfluss von Du Gia.


Im Ort gibt es einige kleine typische Fastfoodrestaurants. Wir gönnen uns erst Mal ein kaltes Bier.





Im Dunkeln kommen tatsächlich noch Roller-Gruppen an und suchen nach einer Unterkunft.
Tagsüber haben wir heute nur wenige gesehen, die Strecke ist fast nicht befahren. Wir dachten,  die Gruppenreisen endeten wohl gestern. Uns war es Recht, fast alleine unterwegs zu sein.

In einer kleinen Kneipe bestellt neben uns ein amerikanischer Indonesia-Pilot die halbe Portion des Essens, er will nur 20.000 statt 40.000 (=1€) bezahlen.  "Er hat nicht soviel Hunger". Das versteht der Wirt natürlich nicht. Nichtsnutze auf Reisen, weiter will ich mich gar nicht auslassen. Mit Kopfhörern im Ohr bekommt er das was er verdient hat: einen Teller  Instantnudeln , Ketchup drauf und er ist glücklich. Natürlich war es die komplette Portion und er hat sie auch gegessen.

Wir probieren von allem etwas. Super lecker Wan Tan, Hähnchen, Reis, Schwein, Süßkartoffeln, usw.
Hoffentlich richten sich die Vietnamesen zukünftig nicht an unseren faulsten Äpfeln aus.




Kerstin hat natürlich gleich wieder tierische Freunde.

Eine schlimme Sache sehen wir immer wieder: Wildvögel in viel zu kleinen Käfigen hängen in der prallen Sonne. Mal ein Handtuch darüber. Welcher Regel von Konfuzius entspricht das?




Unter Backpackern

Cat Ba Stadt hat wirklich viele Hotels, Restaurants und Backpackers. Fast täglich sieht man sie mit ihren riesigen Rucksäcken ankommen und wegfahren. Meist junge Pärchen aus Europa. Schade nur, dass das sonnige Wetter fehlt, denn die Stadt hat in unmittelbarer Nähe drei schöne Sandstrände. Und an jedem wird gerade ein Hotel-Resort gebaut. Die Strände Cat Co 1 und 3 sind über einen schönen Fußweg miteinander verbunden.






Der Großteil der Insel ist als Nationalpark ausgewiesen. Quer durch den Park verläuft eine recht gute Straße, die im Norden am Fährhafen endet. Die Strecke verläuft zwischen bewaldeten Karstkegeln hindurch.


Trotz trüben Wetters bringen sie eine schöne Stimmung ins Bild.
Kurz bevor wir den Hafen erreichen, sehen wir eine lange Holzbrücke, die zu einem Tempel führt.

Ein Motorroller steht am Straßenrand und der Fahrer gibt uns beim Vorbeifahren Anhaltezeichen. Wir wollen helfen und drehen um.
Als wir bei dem Pärchen ankommen, hält uns der leicht ergraute Franzose sein Handy hin und bittet um ein Bild. Er möchte mit seiner jungen chilenischen Freundin, dem Roller und dem Tempel fotografiert werden.
Ich mach ihnen mal drei Bilder...


Am Fährhafen drehen wir und fahren zurück bis zum Beginn des Steges. Zunächst sind die Pfeiler ins Wasser gemauert, dann bestehen sie nur noch aus Holzsangen, Bambus, Brettern und Draht.
Etwas abenteuerlich sieht und fühlt sich das schon an...





Während wir rübergehen, sehen wir sechs Frauen, die durch den tiefen Schlamm waten und wohl nach Muscheln suchen.

Auf der Rückfahrt kommen wir an einer supergünstigen Touri-Absteige vorbei. Wer sich kein Zimmer leisten will oder kann, der schläft in einem der Kuppelzelte am vermüllten Strand...


Für den Abend haben wir uns entschieden, ein drittes Fischlokal auszuprobieren. Die beiden anderen warn ja schon saugut...

Abendstimmung 

Montag, 4. März 2019

Mâu Dûe

Radreise: 54km, 1950Hm, 4.Etappe



Morgens erst Mal in die 100m Café- und Kneipenmeile von Dong Vãn. Die Auswahl ist riesig, nur Kundschaft gibt es wohl keine.

Gefühlt jeder betreibt hier ein Homestay.

Danach noch ein paar Ananas für unterwegs und es geht los.
Das Kilo Ananas kostet 7.000 Dong. 2 Stück also 40Cent.

Gleich nach Dong Vãn geht es wieder steil bergauf bis auf 1300m. 


Überall wird auf den Äckern Brandrodung betrieben.

Das ganze Dorf ist damit beschäftigt die Felder vorzubereiten, auch wenn man diese Steinwüste nicht als Feld erkennen kann.




Auf dieser Höhe bleibt man,  abgesehen von drei kleineren Talfahrten bevor man zum Mai Pi Leng kommt. Ein absoluter Überhammer von Pass. Wer den Cole de la Machine oder den Verdon in Frankreich kennt: x1000!




 Im den steilen Wänden aus schwarzem Karst gleitet man 20km von 1300 auf 800 m hinunter - über endlose Kehren, mit immer wieder neuen Blicken. 






Ein Stück transportieren wir einen kleinen Jungen und seine, gefühlt 3kg, Schulbücher. Wir wundern uns wie weit der Junge hätte laufen müssen.


Endlose Kehren, eine schöner wie die andere.




Kurze Ananaspause:



Zum Schluss darf man natürlich noch ein paar Gegenanstiege mitnehmen um dann mit 10% Gefälle 8km nach Mâu Dûe hinunter zu schießen.


 Davor hätte es auf 800m die sehr nette Homestay " Borne to be wild" gegeben. Außer für eine Coke Zero bleiben wir hier aber nicht. Die Aussicht wäre überwältigend, aber der ganze Hang steht in dichtem Qualm der Brandrodungen. 

In Mâu Duê und typisch für viele Orte:

Einmalpackungen für Shampoo - der Renner in vielen Läden. Krimskrams und die obligatorischen Hühner zum Verkauf.


Hier gibt es nichts. Keine Hostels, keine Touri-Kneipen. Wir gehen in das einzige Motel, nachdem das einzige Hotel ein Loch war. 
Wir sind die einzigen Gäste.




Abends ist hier schnell alles dicht. Ein kleiner Straßenwok macht uns noch was leckeres zu Essen. Er freut sich und wünscht uns "good appetit"

Cóm Bò 
Reis mit Rindfleisch 1€


Sonntag, 3. März 2019

Cat Ba - südliche Halong

Während unsere radelnden Freunde heute wohl ihr Meisterstück mit 2250 Höhenmeter abgeliefert haben, war es für uns auf dem Motorroller ziemlich easy.
Bis zur Fähre nach Cat Ba hatte das Navi nur Flachland aufgezeigt.
Unsere Wirtin in Tam Coc hatte uns zwar gewarnt, dass die Container-Transporter auf der Strecke gefährlich sind, jedoch hatten die fast alle am Sonntag frei. Hunderte von ihnen parken neben der Strecke. Und was an Bussen und Lkw unterwegs war, war auffallend langsam und gechilled unterwegs. Auch das ständige Hupen blieb aus.



Unseren einzigen Halt hatten wir auf einer kleinen Brücke neben der Hauptstraße. Mussten noch 10 Minibananen aufessen, die wir geschenkt bekommen hatten.
Im Fluss unter der Brücke trieb neben dem üblichen Unrat ein komplettes Innereienpaket eines größeren Tieres. Wenigstens hatten die Fische ihren Spaß damit ...

Wir müssen zum kleinen Fährhafen, ganz weit draußen im Meer. Eine neue schnurgerade Schnellstraße führt über eine mehrere Kilometer lange Brücke dorthin.

Müllsammler sind auch hier noch unterwegs.



Gut, dass es hier Beton gibt, denn soviel Bambus hätte das Land nicht vorrätig.

Unsere Fähre kostet 2.50 € und braucht 20 Minuten für die Überfahrt. Die Schiffstoilette findet man mit verbundenen Augen... Igittigitt!

Auf der Insel angekommen, merken wir, dass der geschäftige Verkehr verschwunden ist. Es gibt am Anfang unzählige Meerwasserbecken in denen Meetesgetier gezüchtet wird. Dann verschwindet die Straße in den Bergen, windet sich in schönen Kurven oberhalb des Meeres rauf und runter. Der neue Asphalt fährt sich prima.


Wir kommen nach knapp 30 km in Cat Ba Stadt an.
Wir freuen uns, dass wir ein Zimmer im obersten Stock mit Blick über die Bucht und Balkon bekommen.

Am Abend gibt es endlich wieder Seafood im Green Mango. Das Lokal wird seit Jahren in verschiedenen Reiseführern gelobt. Fazit: ist immer noch toll!


Zudem haben sie den ganzen Abend über Happy Hour und so kostet ein Pinacolada nur 2 Juros ...

Vier Cocktails und zwei Bier haben wir geschafft. Klasse wars!