Samstag, 2. März 2019

Ninh Binh (die Zweite - Loop)

Auf unserem Weg auf die Insel Cat Ba entscheiden wir uns, unterhalb von Hanoi zum südchinesischen Meer zu fahren. Das gibt uns die Möglichkeit, nochmals in unserem Homestay in Tam Coc vorbeizuschauen.
Als wir ankommen begrüßen uns die Hausherrin und ihre Mutter herzlich und umarmen Irmi.
Sogar unser Zimmer bekommen wir wieder. Im Kühlschrank warten schon unsere gekühlten Hanoi Bir's.
Wir gebeten schnell 3 kg Wäsche ab, duschen und gehen Essen.
Den Abend lassen wir ruhig ausklingen.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück gehts zu Fuß in die trockene Halong. Heute ist Samstag und auf den Kanälen bestimmt die Hölle los.
Da wir die Bootsfahrt bereits gemacht haben, können wir es gechilled angehen. Zunächst geht es zu einer ziemlich neuen Tempelanlage. Davor ein neuer Luxusschlitten von Maybach; drinnen bunt geschmückten Pferdchen mit und ohne Reiter.


Von bestimmten Stellen aus verfolgen wir das geschäftige Treiben auf dem Wasser; machen das ein oder andere schöne bunte Bild.




Dann finden wir eine alte, momentan nicht mehr betriebene Hotelanlage. Das Tor steht offen und wir staunen über das tolle Ambiente das diese Anlage heute noch bietet.



Nicht weit davon nehmen wir einen Kaffee und einen Smoothi direkt am Wasser. Lustig, dass die Leute in den Booten uns auf unserem Logenplatz fotografieren und uns zuwinken - natürlich nur die die asiatisch aussehen.




Yen Minh (2.Etappe Loop)


Radstrecke: 45km bis Yen Minh, 1700Hm




Die Nacht auf 800m war angenehm kühl und ruhig, obwohl die Holzhäuser sehr hellhörig sind. Pünktlich um halb zehn verkrochen sich unsere vietnamesischen Nachbarn in ihre Betten.



Morgens riss der Himmel auf. Gleich nach dem Frühstück ein toller Downhill bis auf 400m. Die Dao sind sehr fotoscheu und halten sich die Augen zu, wenn sie merken, dass man sie fotografieren will.




 Nach ein paar Km teilt sich die Straße.

Nagelneues Homestay an der Gabelung.

Nach Yen Minh wurde wohl eine Abkürzung gebaut, die nicht in den OSM-Karten verzeichnet ist. Man würde 21km sparen. Geradeaus ist eine Baustelle und für Lkw gesperrt. Unser Glück, wir sind so den ganzen Tag fast alleine auf der Strecke unterwegs. Nur ein paar laut knatternde Indonesia-Mopeds der Backpacker stören nun noch  ab und zu die Ruhe.




Es geht hoch bis auf 900m, trotzdem ist es heiß und die  Sonne ziemlich stechend. Dazu eine Luftfeuchtigkeit von 90%. Wir nutzen jede Möglichkeit zur Abkühlung. Aber erst 9km vor dem Ziel kommt ein vernünftiges Café.

Kurioserweise knattern die Indonesia-Piloten alle daran vorbei.

Die Strecke verläuft 10km auf einem Bergrücken und man hat immer wieder tolle Blicke nach rechts und links in die Täler. Absolut lohnend.




Zum Schluss noch ein absolut klasse Downhill nach Yen Minh.




In Yen Minh gehen wir zuerst in das Café August und gönnen uns zur Abkühlung ein Eis-Fondue und den leckeren Ei-Cafè.



 Das selbstgemachte Eis ist der Hammer.
Abends gehen wir dort auch noch Essen. Empfehlung!

Freitag, 1. März 2019

Im Ba Vi Nationalpark

Irmi und ich bleiben noch einen weiteren Tag in Ty's Farmstay. Ty freut sich und gibt uns ein Ständchen auf seiner Bambusquerflöte.





Bis auf das überaus reichhaltig aufgetischte Essen ist hier alles entspannt.
 Der Spaziergang rund um das Dorf, auf Bewässerungsgräben durch die Reisfelder und am nahen Trinkwasserspeicher entlang ist Pflicht. Die Anwohner sind nett, winken und lächen zurück.







Eigentlich ist wohl Vietnam so...

Den Ausflug in den Ba Vi Nationalpark müssen wir aufgrund des Nebels und der hohen Feuchtigkeit am Berg leider frühzeitig abbrechen. Man sieht weder von den Bergen, noch von der Flora etwas. Schade.

Zurück bei Ty gibt es erneut einen Tisch voll mit selbstgemachten Speisen.

Nach ein paar Bierchen und Reisschnaps gehen wir schlafen.

 Plötzlich Donnergrollen. Wir wissen nicht, ob das Palmdach über uns dicht hält und packen lieber mal die Sachen in die Ortlieb-Säcke. Am Morgen wissen wir, daß es dicht gehalten hat.




Tam Són (Ha Giang Loop 1. Etappe)

Radfahrer: 52 km bis Tam Sòn, 1500Hm

Hier der Link der Gesamtstrecke des Loop



Morgens erst noch ein paar leckere Ananas für unterwegs gekauft.



Die Strecke ist herrlich. Es ist wenig los.




Nach 30km, kurz vor dem Beginn des eigentlichen Passes, gibt es noch Mal ein sehr gutes Café mit einer lesbaren Karte.


Hier scheint auch der erste Stop für die vielen, organisierten Rollertouren zu sein.

Viele waren offensichtlich noch nie auf so einem Hobel gesessen und so eiern sie mehr schlecht als recht um die Kurven. Man muss nicht lange warten bis der Erste mit blutigem Kinn in der Kurve liegt. Die Helme sind nämlich mehr Show als Schutz. Ohne Kinnschutz. Eigentlich sollte laut eines neuen Gesetzes die Vermietung von Rollern im Bezirk Ha Giang nur noch an Fahrer mit internationalem Führerschein erlaubt sein. Das interessiert aber scheinbar niemanden. Es wäre erheblich ruhiger auf der an sich herrlichen Strecke.


Wir sehen auch eine Reisegruppe auf nagelneuen Dukati Multistrada. Keiner von ihnen kommt ohne Fußeinsatz um die Kurve. Einige verlassen sie sogar. Nur der Guide auf der KTM 1290 kann fahren. Eine gefährliche Mischung hier. Völlig überladene Lkw überholen mit 1km/h in der Innenkurve und prompt kommt von oben ein Tanklaster. Gut dass so wenig los ist.




Auf halber Strecke treffen wir auf eine kleine Damen-Gruppe auf Rollern mit einem Guide. Sie füttern uns aus ihrem großen Sack mit Ananasstückchen. Oben am Pass auf 1200m treffen wir sie wieder. Ohne gemeinsames Selfie kommen wir natürlich nicht weiter.



Die Wolken hängen tief am Pass.



Bei der tollen Abfahrt nach Tam Són kommt die Sonne raus. Der Ort liegt herrlich.




Wir nehmen noch einen Café und rollen auf einer Recht abenteuerlichen Betonstrecke in das Dorf Dam Dao wo wir in einem restaurierten Haus einer Cooperative der Dao-Ethnie unter gekommen sind. Hier ist Abendessen mit dabei. Wir sind gespannt.


Die Mädels in der Küche kochen gerade kräftig auf.
Und zum Schluss wird es ein tolles Menü aus allem Möglichen.



Donnerstag, 28. Februar 2019

Ruhetag Ha Giang





Morgens kleiner Kundendienst an den Rädern. Bei Kerstin geht ständig das Pedal ab. Reinige das Gewinde mit den Wattestäbchen, die in jedem Zimmer aufliegen. Ja, es liegen immer 4 Wattestäbchen, zwei Zahnbürsten mit Zahnpasta und zwei Kämme in den Zimmern. Unser täglich Plastikmüll . .. Unvorstellbar wieviel davon schon im Mekong oder sonst wo schwimmen.




 Mittags laufen wir die 4 km in die Stadt. Sie liegt ganz idyllisch zwischen den steilen Bergen.



Weiter geht es, ein paar Cafés genießen und unsere Wäsche abgeben.

Ein Junge an unserer Pforte gab uns morgens unsere Pässe wieder. Die abgegebene Wäsche lag auch noch da. Komisch, der smarte Portier von gestern Abend wollte uns alles erledigen, incl. der Formalitäten für die Weiterfahrt nach Nordosten.
Also laufen wir selbst dort hin. Aber an  keiner der drei Stellen von Google, Loose-Reiseführer und TripAdvisor befindet sich die Immigration Office. Sie liegt ca. 500m südlich vom Stadion.
Die Dame am Schalter sprach Englisch und war sehr freundlich. Ein Offizier brachte uns zwei Stühle. 210.000 Dong p.P. kostet das Permit.


Am Schalter waren wir die Einzigen.


Danach nochmals Café und wir müssen wieder mit Entsetzen feststellen dass die Sache mit den Wattestäbchenverbot der EU scheitern wird. Man bekommt hier, obwohl man in einem Café sitzt den Saft oder Cappuccino in einem Pappbecher - eingeschweißt.
Ein kleines Plastikmesserchen zum Aufschneiden der Folie  liegt auch bei.



Wegen der Hygiene? OK, die Gläser in vietnamesischen Kneipen sind meist voll Lippenstift. Das könnte man aber mit besserem Waschen beseitigen. So gibt es oft kein Waschbecken in den Toiletten, dafür aber eine Einschweißmaschine für die Getränke....krank.

Wir vertreiben und noch ein bisschen die Zeit und entdecken einiges Kurioses. Z.B. diese Frisörstube:



Oder: wer kauft solch ein Papierpferd?



Zum Schluss noch einen Einkehrschwung in's Bong Restaurant. Es sollte noch ein zweites geben. Angeblich das beste Restaurant am Ort. Doch dort gibt es nur Roller zu mieten und ein Schild wo das eigentliche Bong ist. Ein typischer TripAdvisor-fake wieder Mal. Wir haben von Backpackern gehört, dass sie Preisnachlässe bekommen, wenn sie gute Bewertungen abgegeben. Das soll ziemlich bizarre Ausmaße annehmen, incl. einer Umleitung von einer nicht existenten Kneipe zu einer Rollervermietung!

OK, dann eben ganz analog in's Bong gelaufen. Diesmal 2x Ente. Als Variante: in der Kokosnuss - ein Traum.

Einziger Nachteil dieser sehr guten Kneipe: man muss amerikanischen Backpackern beim Essen zusehen. Auf jeden Löffel gebratenem Reis einen kräftigen Schuss Ketchup. Dazu billig aus dem Schlauch des Trinkrucksackes trinken und darüber philosophieren bei wieviel Firmen man schon ein Praktikum gemacht hat. Und noch eins drauf: "is this a local beer?" wenn Saigon auf der Dose steht. Erdkunde sollte Pflichtfach werden, auch für BWL-Studenten.


Abends fahre ich nochmals in die Stadt um unsere Wäsche zu holen. Am Ausgang steht unser Portier mit Krücken und eingebundenen Fuß. Er hatte einen Rollerunfall. Deshalb konnte er heute unsere ganzen Sachen nicht erledigen. Er entschuldigt sich tausend Mal.

An der Wäscherei sagt die Inhaberin, sie würde uns kennen. Ich wundere mich. Wir unterhalten uns 10 Minuten mittels einer Übersetzungs-App . Wohin, woher, wie lang, wohin.   ....? Sie hatte uns gestern auf den Rädern gesehen, als wir uns auf der schlechten Strecke ein Rennen mit der Schulklasse lieferten. So klein ist die Welt.

Am Ende geht es natürlich nicht ohne Abschiedsfoto. Mit allen Nachbarinnen, Kundinnen und Mitarbeiterinnen muss ich mich noch fotografieren lassen.



Wo wir übernachten, will sie wissen. Im Resort. Warum nicht bei ihr? Kostet nur 200.000 Dong statt einer Million. Wenn wir wieder kommen, sollen wir zu ihr. Die Visitenkarte bekomme ich dazu.